Eigentlich will ich in Budapest fünf Thermalbäder testen. Dann werde ich krank. Als ich mich wieder vor die Tür wage, helfen warmes Wasser, Nachos und ein paar zufällige Begegnungen beim Zurückfinden in die Stadt.
- Fünf Thermalbäder im ziemlich subjektiven Selbstversuch
- Vom Krankenzimmer zurück auf Budapests Strassen
- Nachos und überraschende Begegnungen unterwegs
Es sind bloss 300 Kilometer von Zagreb nach Budapest. Der Zug braucht trotzdem so lange, dass ich mich an meine Interrail-Reisen Anfang der 1990er-Jahre erinnert fühle. Alles voller junger Leute. Bei jedem Halt steigen drei Deutsche aus, um zu rauchen.
In meinem Abteil sitzen zwei Belgier, beide 19. Wir kommen ins Gespräch. Als ich erwähne, dass meine Tochter 21 ist, verändert es meinen Status.
Unterwegs schreibe ich Kinga. Sie wurde in Ungarn geboren und verliess das Land als Neunjährige mit ihren Eltern. Ich frage sie nach Tipps für Budapest. Keine Stunden später schickt sie mir die Klassiker: das Burgviertel von Buda, die Kettenbrücke, das Parlamentsgebäude.
Dann ein Bild: Blaues Wasser, gelbe Mauern.
Das Széchenyi-Bad, ein Badepalast.
Die Bäderkultur hatte ich mit Budapest bis dahin nicht verbunden. Ich beginne zu googeln und entdecke eine Stadt voller Thermalquellen und Bäder.
Budapest sitzt auf zahlreichen Thermalquellen. Schon die Römer nutzten das warme Wasser, später bauten die Osmanen ihre Kuppelbäder. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert kamen die grossen Badepaläste dazu. Baden ist hier deshalb nicht bloss Wellness oder Touristenprogramm, sondern Teil des Stadtlebens.
Welches soll man da auswählen?
Gar keines?
Oder alle?
Meine Fear of missing out meldet sich. Ich beschliesse, jeden Tag ein anderes Bad zu besuchen und am Schluss ein vollkommen subjektives Ranking zu erstellen. Preis, Sauberkeit, Patina, Wohlfühlcharakter und vor allem die Frage: Würde ich wiederkommen?
Dann werde ich krank.
300 Meter können weit sein
In Budapest empfängt mich Norbert, mein Airbnb-Gastgeber. Bis zu meiner Ankunft bin ich mir nicht einmal sicher, was ich eigentlich gebucht habe: ein Zimmer mit Küche und Bad zur Mitbenutzung oder die ganze Wohnung. Norbert zeigt mir Küche, Bad, Schlafzimmer, zwei kleine Balkone. Alles meins. Er lässt Kaffee und Früchte da und geht.
Draussen sind es noch immer über 33 Grad. In der Nacht schwitze ich so stark, dass ich duschen gehe. Am nächsten Morgen weiss ich: Das war nicht nur die Hitze.
Meine Glieder schmerzen, besonders Hüften, Kreuz und Schultern. Ich bin steif wie ein Brett und so müde, dass selbst der Weg zur Toilette eine Unternehmung wird. Jetzt bin ich froh, die Wohnung für mich zu haben.
Ich ernähre mich von Früchten, Brot und vor allem Porridge. Der Spar liegt 300 Meter entfernt. Weiter könnte er gerade nicht weg sein. Ich schleppe mich hin, kaufe Haferflocken und Hafermilch, koche und krieche mit dem Teller zurück ins Bett.
Budapest höre ich hauptsächlich durchs Fenster.
Gegen 23 Uhr schreit draussen eine Frau. Ein Mann versucht sie zu beruhigen. Glas zerbricht. Ich überlege, nachzusehen, ob sie Hilfe braucht, bin aber zu erschöpft und schlafe wieder ein. Um drei Uhr nähert sich das Lachen Jugendlicher, wird lauter und entfernt sich wieder. Kurz nach fünf geht eine Türe. Ein paar Sätze. Vielleicht Menschen auf dem Weg zur Arbeit.
Die Stadt lebt. Ich liege.
Am zweiten Tag geht es etwas besser. Ich kann wieder schreiben, mache ein paar Übungen für den Rücken und blättere im Dumont-Reiseführer. Gegen Abend kommen die Gliederschmerzen zurück. Jeder Schritt zieht durchs Kreuz.
Im Reiseführer stosse ich wieder auf die Thermalbäder.
Wie schön wäre es jetzt, denke ich, in warmem Wasser zu liegen. Schwerelos. Nichts tragen müssen, nicht einmal mich selbst.
Der Badetest kann beginnen.
Veli Bej: Im Bauch der Stadt
Am nächsten Morgen fahre ich noch vor dem ersten Kaffee zum Veli-Bej-Bad.
Es liegt in einem Krankenhaus.
Das merkt man.
Der Empfang hat den Charme eines verwalteten Gebäudes. Eine blonde Frau kassiert meinen Eintritt, knapp 15 Franken, und überlässt mich danach meinem Schicksal. Dass zwei der drei Saunen ausser Betrieb sind und eines der Thermalbecken geschlossen ist, erfahre ich später selbst.
Auch die Umkleide irritiert. Mein von der Empfangsdame zugewiesene Spind befindet sich im Männerbereich. Sehe ich aus wie ein Mann?
Die modernen Kabinen haben zwei Türen, die sich durch das Herunterklappen der Sitzbank verriegeln lassen. Dazu braucht man beide Hände. Nur wohin mit Tasche, Kleidern und Schuhen, während man diese kleine Ingenieursaufgabe löst?
Dann betrete ich das alte osmanische Bad.
Und bin still.
Ockerfarbene Mauern, eine hohe Kuppel, darunter das flache warme Becken. Rundherum kleine Nischen mit unterschiedlich temperiertem Wasser. Man schwimmt hier nicht. Man sitzt auf den Stufen, lässt sich ins Wasser sinken, rutscht vielleicht ein wenig herum.
Ich setze mich ins warme Wasser und beginne mit meinen Übungen. Becken vor und zurück. Knie nach rechts und links. Den Kopf ganz langsam kreisen lassen.
Nach einer Weile merke ich, wie sich etwas löst. Erst die Schultern, dann das Kreuz. Nicht vollständig. Aber genug.
Zum ersten Mal seit zwei Tagen tut mein Körper nicht überall weh.
Das Bad bekommt später nur 6 von 10 Punkten. Die defekten Saunen, die kalten Gänge, das lustlose Café und diese Föhne, die bereits überhitzen, bevor sie ein Haar getrocknet haben, verhindern mehr.
Aber unter dieser Kuppel würde ich sofort wieder sitzen.
Ein Mann schläft beinahe im Wasser
Am nächsten Morgen fahre ich auf die Margareteninsel, die grosse Donauinsel mitten in Budapest. Ohne Klappvelo. Das steht seit Tagen unberührt auf meinem Balkon, und ich traue meinem Kreuz noch nicht ganz.
Es ist Samstag, kurz nach neun, und Budapest rennt.
Menschen joggen um die Insel, andere fahren Rad. Paare und Familien steigen in den Bus 26, der sie weiter hineinbringt. Ich gehe zu Fuss zum Palatinus-Bad.
Schon der Eingangsbereich verrät, was hier im Hochsommer los sein muss. Mehrere Kassenschalter, Absperrungen für Warteschlangen, draussen Becken, Liegeflächen, Kioske und Bars. Jetzt ist ein Teil davon geschlossen. Immerhin funktionieren die Saunen. Ich frage ausdrücklich nach.
Das Palatinus ist das Gegenteil des Veli Bej. Grosszügig, funktional, stellenweise wunderbar aus der Zeit gefallen. Draussen die weichen Kurven des Margaréta-Beckens mit seinem Springbrunnen, drinnen der klare Bau des Hallenbads aus den 1930er-Jahren.
In der Sauna sitzen vor allem ältere Männer. Einer hat seine Choreografie perfektioniert: finnische Sauna, kaltes Wasser, heisses Wasser, kaltes Wasser, wieder Sauna. Kein Zögern. Keine Diskussion. Der Mann weiss, was er tut.
Im Thermalbecken sitzt vor mir ein anderer älterer Mann. Sein Kopf lehnt an einer Säule. Er scheint zu schlafen. Immer wieder kippt der Kopf langsam zur Seite. Ich warte darauf, dass der Rest des Mannes hinterherkippt und er ins Wasser gleitet.
Nichts.
Kurz vor dem kritischen Winkel richtet sich der Kopf wieder auf. Minutenlang.
Ich kann kaum wegschauen.
Auch meine Muskeln machen Fortschritte. Wärme, Sauna, kaltes Wasser, wieder Wärme. Als ich gegen Mittag hinausgehe, will ich nicht zurück ins Bett. Ich will in die Stadt.
Das Palatinus bekommt 8 von 10 Punkten.
Budapest kommt näher
Ich laufe durchs ehemalige jüdische Viertel. Ruinenbars, Streetfood, Gulasch in Brot und rot karierte Tischtücher, dieses internationale Zeichen für: Hier ist es traditionell.
Ich habe keine Lust auf Touristenessen und bestelle in einem mexikanischem Street Food-Restaurant deshalb Nachos.
Touristenessen.
Wie ich da so sitze und esse, beobachte ich einen Randständigen, der auf der anderen Strassenseite auf einer Bank geschlafen hat, und sich nun reckt. Er schaut zu mir rüber. Später kommt er herüber. Ich versuche ihn zunächst zu ignorieren. Dann steht er vor mir und zeigt auf meinen Teller.
Er will kein Geld. Er will mein angebrochenes Essen.
Ich schütte den Rest Guacamole und die Salsa über die Chips und reiche ihm den Teller. Ein Mitarbeiter versucht noch, ihn wegzuschicken, doch ich bin schneller. Der Mann nimmt das Essen und geht.
Kurz darauf stellt mir der Mitarbeiter eine neue Portion hin.
Ich will bezahlen, aber er winkt ab.
Später kaufe ich einen Rubik’s Cube für meine Tochter. Die junge Verkäuferin sagt ganz spontan, ich sei ihre erste Kundin heute.
«Poor girl», sage ich ebenso spontan.
Sie lacht, und wir kommen ins Gespräch. Ich erzähle ihr, dass mir solche zufälligen Gespräche in Zagreb häufiger passiert seien als hier. Budapest sei eben eine Grossstadt, meint sie. Auf dem Land seien die Menschen offener. Sie selbst sei im Süden Ungarns aufgewachsen und kenne den Unterschied.
Kurz darauf, ich flaniere durch die kleinen Strassen im Stadtzentrum, bittet mich ein junger jüdischer Mann, ihm eine Türe zu öffnen. Er sagt, er halte Shabbat und dürfe den Türöffner nicht betätigen. Seine Frau und das Baby warten beim Eingang. Bevor ich helfen kann, geht jemand anderes ins Haus und die Sache erledigt sich von selbst.
Der Palast
Das Széchenyi-Bad kostet mich rund 38 Franken. Mehr als doppelt so viel wie meine bisherigen Bäder.
Dafür wird am Eingang gebaut.
Metalltreppen führen in einen prachtvollen Innenraum mit schwarz-weissen Böden, Säulen und warmen Farben. Die Frau am Empfang schickt mich zum Ticketautomaten, obwohl vor ihr kein Mensch wartet.
Ich bezahle.
Im ersten Innenhof wartet ein abgesperrtes Becken.
Meine Laune sinkt.
Doch dann beginne ich herumzulaufen. Und laufe. Und laufe.
Becken folgen auf Becken, Hallen auf Gänge, Treppen auf Treppen. Heiss, warm, kühl, kalt. Innen, aussen, oben, unten. Saunen, Dampfräume, Erker, Kuppeln. Irgendwann gebe ich den Versuch auf, zu verstehen, wo ich bin.
Irgendwann gebe ich den Versuch auf, zu verstehen, wo ich bin. Verlaufen gehört offenbar dazu.
Am Sonntagabend sind auffallend viele Männergruppen unterwegs. Lange Haare müssten eigentlich zusammengebunden werden, bleiben aber offen. Überhaupt gibt es in den Budapester Bädern erstaunlich viele laminierte Vorschriften und eine ebenso erstaunliche Gelassenheit ihnen gegenüber.
Als allein reisende Frau fühle ich mich vollkommen sicher. Niemand bedrängt mich. Menschen sitzen im Wasser, reden, fotografieren sich, posieren vor den grossen Aussenbecken. Hier zeigt sich Budapest selbst gern.
Und plötzlich verstehe ich auch den hohen Eintrittspreis ein wenig besser. Nicht ganz. Aber ein wenig.
9 von 10.
Mein Lieblingsbad sieht von aussen unspektakulär aus
Zum Dandár-Bad fahre ich wieder mit dem Klappvelo.
Ich hätte es beinahe ausgelassen.
Mein Gastgeber behauptet, es sei geschlossen. Das Internet behauptet das Gegenteil.
Das Internet gewinnt.
Der Eingang ist so unscheinbar, dass ich beinahe daran vorbeifahre. Drinnen ist das Bad klein, ein bisschen schmuddelig in den Ecken und vollkommen frei von der Grandezza des Széchenyi. Die Sauna wirkt, als hätte man irgendwann festgestellt, dass noch eine fehlt, und eine Holzkiste in die Badehalle gestellt.
Ich mag es sofort.
Im Innenbecken sitzen junge englischsprachige Gäste, Einheimische, eine Mutter mit ihrem Sohn. Ein Mann nimmt sein Smartphone mit ins Wasser. Homeoffice im Thermalbad?
Draussen liegt das Becken wie ein Yin und Yang. Eine Seite wärmer, die andere kühler.
Dort sehe ich ein Paar. Der Mann sitzt aufrecht im 38 Grad warmen Wasser, die Augen geschlossen. Die Frau lehnt nicht einfach an ihm. Sie hat sich regelrecht um ihn geschlungen. Ihr Kopf liegt an seinem Körper, seine Arme halten sie. Irgendwann begreife ich, dass sie schläft. Er vielleicht auch.
Sicher zwanzig Minuten sitzen die beiden so da.
Friedlich. Eng. Vollkommen selbstverständlich.
Ich habe die Ungarn in diesen Tagen in den Bädern beobachtet, weil ich viel Zeit dafür hatte. Draussen erlebe ich sie häufig als zurückhaltend. Im Bad reden sie. Im Bad reden sie. Freundinnen miteinander, Paare, Gruppen, Mitarbeitende mit Stammgästen. Es wird gelacht und erzählt. Ich verstehe kein Wort und könnte trotzdem lange zuhören.
Vielleicht sind die Ungarn gar nicht so verschlossen. Vielleicht stehe einfach ich draussen.
Das kleine Dandár bekommt 10 von 10 Punkten.
Nicht trotz seiner Unvollkommenheit.
Zu viel Gespräch
Am letzten Morgen gehe ich ins Lukács-Bad.
Wieder ein Labyrinth.
Direkt nach dem Drehkreuz hätte ich zwei Möglichkeiten gehabt. Natürlich nehme ich die falsche und lande bei den allgemeinen Umkleiden, einem Aussenbecken, einer finnischen Sauna und Therapieanlagen, die ich ohne Termin nicht benutzen darf.
Irgendwo müssen doch die Thermalbecken sein.
In der Sauna spricht mich ein Mann an.
Endlich.
Denn obwohl ich in den vergangenen Tagen dauernd unter Menschen war, ist es mir selten gelungen, mit jemandem einfach ins Gespräch zu kommen. Der Mann ist gross, dunkelhaarig, attraktiv, erinnert mich ein wenig an den dänischen Schauspieler Claes Bang und entpuppt sich als internationaler Schachspieler aus Syrien.
Er zeigt mir den Weg zu den Thermalbecken. Drei warme Becken unter Kuppeln, ein kaltes Becken, ein Dampfbad. Wunderschön.
Dann hört er, dass ich Journalistin bin.
Von diesem Moment an redet hauptsächlich er: Über Schach. Über künstliche Intelligenz. Über die Regeln, die er erfunden habe, um KI im Schach auszubremsen. Und über die Ungarn, die er für unhöflich, naiv und dumm hält.
Im 40 Grad warmen Wasser spricht er so laut, dass ihn jemand auffordert, leiser zu sein. Er reagiert unwirsch.
Ich verabschiede ich mich so schnell wie möglich, ohne unhöflich zu wirken.
Früher hätte ich wahrscheinlich versucht, die Situation zu retten. Ich hätte Fragen gestellt, Charme eingesetzt, widersprochen, argumentiert, vielleicht sogar versucht, aus diesem Mann doch noch eine interessante Begegnung zu machen.
Das Lukács bekommt trotzdem 8 von 10 Punkten. Das Bad kann nichts dafür.
Fünf Bäder später
Mein vollkommen subjektives Ranking steht damit fest:
1. Dandár, 10/10: klein, unkompliziert, wenig touristisch
2. Széchenyi, 9/10: für Architektur und das grosse Budapest-Badeerlebnis
3. Palatinus, 8/10: viel Platz, Sauna und Margareteninsel
4. Lukács, 8/10: schöne Thermalräume, etwas verwinkelt
5. Veli Bej, 6/10: osmanische Atmosphäre, Abstriche beim Betrieb
Das günstigste gewinnt gegen den berühmten Badepalast.
So viel zur Wissenschaftlichkeit meines Tests.
Als ich später am Bahnhof auf den Zug nach Bratislava, warte, setze ich mich auf eine Holzbank und beginne zu essen.
Die Frau neben mir ist vielleicht Ende sechzig. Sie sagt etwas auf Ungarisch und schaut dabei auf mein Essen. Ihr Gesichtsausdruck klingt nach «Guten Appetit», soweit Gesichtsausdrücke klingen können.
«Thank you», sage ich.
Eine Weile geschieht nichts.
Dann fragt sie auf Deutsch: «Sprechen Sie Deutsch?»
Ich schaue sie an. Fast ein wenig zu erfreut darüber, dass mich jemand einfach so anspricht.
Ja.
Sie fragt, ob ich aus Deutschland komme. Nein, aus der Schweiz. Ihre Tochter lebt mit ihrer Familie im Tessin, erzählt sie. Ihr Sohn in Luxemburg. Sie selbst organisiert Reisen nach Ungarn und wartet gerade auf Freunde aus Prag.
Wohin ich fahre? Bratislava.
Dann nehmen Sie den Zug, aus dem meine Freunde gleich aussteigen, sagt sie.
Von diesem Moment an schaue ich nicht mehr nur auf die Abfahrtstafel über den Gleisen.
Ich schaue auch auf die Ankunftstafel.
Tipps und Links
Budapest bei Nacht
Burgviertel
Am Abend hinauf auf den Burgberg. Der Blick auf das beleuchtete Pest, das Parlament und die Kettenbrücke lohnt sich, auch wenn man nicht allein auf die Idee kommt. Prosecco mitnehmen und geniessen.
Leo Rooftop-Bar und Restaurant
Die etwas schickere Variante zum Prosecco aus dem Rucksack. Rooftop-Bar auf dem Hotel Clark, direkt bei der Kettenbrücke, mit Blick über die Donau. Clark Ádám tér 1., Budapest.
Leo Rooftop-Bar
Kaffee und Gebäck
Milk Café
Ruhiges Quartiercafé in Óbuda mit italienischem Kaffee und Frühstück den ganzen Tag. Eier, Bagels, Salate, dazu Wein und Bier. Bécsi út 1., Budapest.
Milk Café
Csiga Café
Brockenhaus trifft Studentenbeiz und Quartiertreff. Alte Möbel, viele Grünpflanzen, eine Gartenterrasse und Gäste, die arbeiten, plaudern oder lange sitzen bleiben. Vásár utca 2., Budapest.
Még 1 Kifli-t – noch ein Kipferl, bitte!
Handwerksbäckerei am südlichen Stadtrand, versteckt in einem ehemaligen Industriekomplex in Budafok. Alte Fernseher, Schnurtelefone und Plakate prägen die sorgfältig kuratierte Retro-Einrichtung; Spuren der früheren Künstlerateliers sind noch sichtbar. Heute produzieren im Areal auch Start-ups Schokolade und Bier. Nagytétényi út 48–50., Budapest.
Még 1 Kifli-t auf Facebook
Essen
Pierrot – Jazz und ungarische Küche im Burgviertel
1982 als Café Pierrot eröffnet, gehörte es zu den ersten privaten Gastronomiebetrieben im sozialistischen Budapest. Heute gibt es in der ehemaligen Bäckerei aus dem 13. Jahrhundert ungarische Küche, die ich exzellent fand, und abends Pianomusik, auch mit Wunschliedern. Fortuna utca 14., Budapest.
Café und Restaurant Pierrot
Asiatisch für rund zehn Franken
Budapest hat unzählige kleine vietnamesische, chinesische, koreanische und thailändische Restaurants. Oft gibt es für rund zehn Franken ein frisch zubereitetes Essen. Meine Erfahrung: Auf die Google-Bewertungen konnte ich mich erstaunlich gut verlassen.
Museumsperlen
Haus der Musik Ungarn
Empfehlung von Airbnb-Host Norbert. Das 2022 eröffnete Haus des japanischen Architekten Sou Fujimoto lohnt schon wegen seiner Architektur. Die Ausstellungen zu Musik und Klang sind interaktiv. Aktuell läuft «Freddie – The Exhibition» mit Hunderten Originalobjekten, Musik und persönlichen Erinnerungen von Weggefährten Freddie Mercurys. Anlass ist auch das legendäre Queen-Konzert von 1986 in Budapest. Noch bis 28. Februar 2027. Olof Palme sétány 3–5., Budapest.
House of Music Hungary
Kiscelli Múzeum
Bei akuter Touristenphobie eine Alternative zu den Museen im Burgviertel. In einem ehemaligen barocken Kloster in Óbuda treffen Budapester Stadtgeschichte und Kunst auf einen ziemlich aussergewöhnlichen Ort. Kiscelli utca 108., 1037 Budapest.
Kiscelli Múzeum
Memento Park
Mein persönliches Highlight. Am Stadtrand stehen Statuen und Monumente aus der kommunistischen Zeit, die nach dem Systemwechsel aus Budapest entfernt wurden. Unbedingt an einer Führung teilnehmen. Die Guides zählen nicht einfach Jahreszahlen auf, sondern erzählen von ihren Erinnerungen an den Kommunismus und gehen auf die Interessen der Besucher ein. Balatoni út / Szabadkai utca, Budapest.
Memento Park